
Russischer Grenzschutz: Lage im russischen Nordwesten verschärft sich

Die Lage an den nordwestlichen Grenzen Russlands hat sich erheblich verschärft, erklärte der erste stellvertretende Direktor und Leiter des Grenzschutzdienstes des FSB, Wladimir Kulischow, in einem am Mittwochabend veröffentlichten Exklusivinterview für die Zeitung Rossijskaja Gaseta.
Man beobachte eine Verstärkung der militärischen Grenzsicherung seitens Finnlands, der baltischen Staaten und Polens. So werden auf dem Territorium der Nachbarstaaten neue Militärstützpunkte errichtet, moderne Waffen in großem Umfang beschafft sowie die logistischen Möglichkeiten für den Truppen- und Gerätetransport an die russischen Grenzen verbessert. Auch die Anzahl der Militärübungen unter der Schirmherrschaft der NATO hat zugenommen, ebenso wie deren Umfang. Dabei würden verschiedene Konfliktszenarien durchgespielt.

Außerdem würden "praktisch täglich" Flüge von Aufklärungsflugzeugen der NATO-Länder sowie die Anwesenheit von Kriegsschiffen in der Nähe der Staatsgrenze der Russischen Föderation registriert. Am aktivsten seien sie in der Arktis, im Nordwesten, im Fernen Osten sowie im Luftraum über den Gewässern des Schwarzen Meeres und der Ostsee.
Zur Sammlung sensibler Informationen nutze der Kollektive Westen zudem die Möglichkeiten militärischer sowie sogenannter Dual-Use-Weltraumsatelliten. Dabei versorgen die westlichen Geheimdienste das Regime in Kiew aktiv mit Informationen über Standorte von Einheiten des russischen Grenzschutzes und der Streitkräfte der Russischen Föderation sowie über zivile Infrastruktureinrichtungen im Hinterland.
In den letzten Jahren ist eine beispiellose Aktivität der NATO an den westlichen Grenzen Russlands zu beobachten. Das westliche Militärbündnis weitet seine Initiativen aus und bezeichnet dies als "Eindämmung russischer Aggression".
Die russischen Behörden haben wiederholt ihre Besorgnis über den Truppenaufbau des Bündnisses in Europa zum Ausdruck gebracht. Das Außenministerium erklärte, Moskau sei weiterhin offen für einen Dialog mit der NATO, jedoch auf Augenhöhe, wobei der Westen von seinem Kurs der Militarisierung des Kontinents Abstand nehmen müsse.
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